Historisches Wasserwerk

Ältestes als Gesamtanlage erhaltenes Wasserwerk Berlins

Inmitten des Grunewaldes, am Ufer des Teufelssees, liegt das ehemalige Wasserwerk Teufelssee. Die baulichen Anlagen sind weitgehend so erhalten, wie sie von 1872 - durch Zusatzbauten von 1890/92 und 1895 erweitert - bis 1968 in Betrieb waren. Auch wesentliche Teile der technischen Ausstattung sind noch vorhanden. Es ist das älteste als Gesamtanlage erhaltene Wasserwerk Berlins.

Wasserwerk der Westend-Gesellschaft H. Quistorp & Co

Zur Zeit des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 als "Wasserwerk der Westend-Gesellschaft H. Quistorp & Co" gebaut, diente es zunächst der Trinkwasserversorgung der Villensiedlung Westend in Berlin Charlottenburg. Neben dem Gebäudekomplex, in dem sich das Maschinenhaus, das Kesselhaus mit seinem markanten Schornstein - 50 m hoch - und der Kohlenschuppen befanden, errichtete man ein Beamtenwohnhaus, das heute außerhalb des Ökowerk-Areals liegt. Hier lebten bis zur Stilllegung die Wasserwerker.

Charlottenburger Wasser- und Industriewerke AG

Nachdem die Gründerfirma Konkurs anmelden mußte, übernahmen die Gläubiger 1878 das Gelände und gründeten die "Charlottenburger Wasser- und Industriewerke AG". Das Wasserwerk wurde in den folgenden Jahren - dem steigenden Bedarf entsprechend - ausgebaut und den 

Entwicklungen der Technik angepaßt. So kam es 1892 zum Bau eines Rieselergebäudes und von Filteranlagen zur Reinigung des eisen- und manganhaltigen Wassers. Zu dieser Zeit wurde das Grundwasser vom Teufelssee in Haushalten von Zehlendorf bis Neukölln getrunken.

 

"Werk Grunewald" im Verbund der Berliner Wasserwerke

Das Werk Teufelssee wurde 1906 an die Stadt Charlottenburg verkauft. Nach der Bildung von Groß-Berlin, ging das umbenannte "Werk Grunewald" im Verbund der "Berliner Städtischen Wasserwerke" auf. Da das Werk seit langem nicht mehr den hygienischen und technischen Ansprüchen genügte, wurde das Werk 1969 nach fast hundertjähriger Betriebszeit stillgelegt.

Wasserwerk Teufelssee - Ökowerk Teufelssee

Während des Europäischen Denkmalschutzjahres 1974 stellten die Berliner Wasserwerke einen Antrag auf Abbruch des Werkes. Sofort regte sich in der Öffentlichkeit Widerstand und Protest. Im anschließenden Gerangel um die Weiternutzung des Objekts favorisierte die zuständige Behörde zunächst ein "Erholungszentrum" mit Schwimmbad, Kinderkarussell, Walt-Disney-Dekoration und Go-Cart-Strecke. Von der oberen Naturschutzbehörde als "absurd" abgelehnt, mußte das Projekt 1980 aufgegeben werden.

Im selben Jahr legte die Berliner Landesarbeitsgemeinschaft Naturschutz e.V. eine neue Nutzungskonzeption unter dem programmatischen Titel "Wasserwerk Teufelssee - Ökowerk Teufelssee" vor. Kern dieses Vorschlags war es, die Gebäude und das Gelände zukünftig als Informations- und Bildungseinrichtung zur Förderung des Natur- und Umweltschutzgedankens in der Bevölkerung zu nutzen. Bis der neugegründete "Förderverein Ökowerk" mit den Umbau- und Sanierungsarbeiten auf dem Areal beginnen konnte, vergingen noch einmal drei Jahre. Seit 1985 empfängt das Ökowerk Berlin e.V. hier seine Besucher.


Nähere Informationen zu den einzelnen Gebäuden:

Maschinenhalle

Riesler

Filterhallen

Sandwäsche

Reinwasserspeicher

 

Ein interaktives Funktionsmodell des Wasserwerks

steht im Infozentrum W a s s e r l e b e n.

Führungen durch das Wasserwerk

Möchten Sie gerne mehr erfahren? Dann besuchen Sie doch eine unserer regelmäßig angebotenen Führungen.

 

Für Gruppen werden gern auch individuelle Termine vereinbart. Anmeldung für Gruppen unter: Telefon 030/3000050 Telefax 030/30000515 oder per E-Mail: info@oekowerk.de

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